Musikerdatenbank

Schuppanzigh-Quartett

In kurzer Zeit hat sich das Schuppanzigh-Quartett durch spannende Interpretationen der klassischen Quartettliteratur ebenso wie durch die Aufführung interessanter Neuentdeckungen den Ruf eines der führenden Streichquartette auf Originalinstrumenten erworben. So zeichnet sich die außergewöhnliche Programmgestaltung der vier Musiker durch einen abwechslungsreichen Mix aus bekannten Meisterwerken sowie Kompositionen von Musikern wie z.B. Gaetano Brunetti, Manuel Canales, Joseph Martin Kraus oder Juan Crisóstomo de Arriaga aus. Da präsentiert sich Altbekanntes von Haydn, Mozart oder Beethoven in einem völlig neuen Kostüm, während manche wiedergefundene Perle der Musikgeschichte so zum Funkeln gebracht wird, dass man sich nur wundern kann, wie so etwas "vergessen" werden konnte. Dabei ist Qualität in jeder Hinsicht das oberste Gebot des Schuppanzigh-Quartetts. Welch hohes Ziel dabei angestrebt wird, sagt schon der Name, den die Geiger Anton Steck und Christoph Mayer, die Bratschistin Jane Oldham und die Cellistin Antje Geusen für ihr Quartett gewählt haben: Ignaz Schuppanzigh (1776-1830) war nicht nur einer der besten Geiger seiner Zeit, sondern hat mit dem von ihm 1796 gegründeten Streichquartett (dem ersten in fester Besetzung spielenden Streichquartett der abendländischen Musikgeschichte) europaweit Maßstäbe gesetzt. Schuppanzigh, ein Freund Beethovens und Schuberts, von dem das Quartett manches uraufführte (Schuberts "Rosamunde-Quartett" ist Schuppanzigh gewidmet), trug mit seinen öffentlichen Soireen wesentlich zur Etablierung des bürgerlichen Musiklebens im 19. Jahrhundert bei. Das "neue" Schuppanzigh-Quartett formierte sich zum 200. Geburtstag seines historischen Vorbilds im Jahre 1996 aus Musikern, die sich allesamt im Bereich der historischen Aufführungspraxis einen Namen gemacht haben. Primarius Anton Steck, seit April 2000 Professor an der Musikhochschule in Trossingen, ist ein gefragter Konzertmeister der Alten-Musik-Szene. Christoph Mayer (2. Violine), Mitbegründer des Ensembles "SCALA Köln", hat sich vor allem auf die Methodik des "historischen" Violinspiels spezialisiert und ist auf diesem Gebiet ein gefragter Lehrer geworden. Die in Rhodesien geborene Violaspielerin Jane Oldham war Mitglied der Deutschen Kammerakademie und hat sich besonders als Kammermusikerin hervorgetan. Antje Geusen ist Solocellistin der "Cappella Coloniensis" des WDR und hat einen Lehrauftrag an der Universität Potsdam. Das Ensemble spielt auf Instrumenten, die in den Originalzustand der Zeit um 1800 zurückgebaut wurden. Unter den vielen Projekten des Quartetts hat vor allem eines in ganz Europa Aufmerksamkeit erregt: Konzerte und eine CD auf einem kompletten Satz von Streichinstrumenten des Bonner Beethovenhauses aus dem Besitz des Komponisten selbst. Die daraus hervorgegangene CD präsentierte das internationale "Strad-Magazin" als "Vorschlag des Monats"; der Rezensent der "ZEIT" fasst seine begeisterte Kritik so zusammen: "Und Beethoven klingt auf seinen originalen Instrumenten ganz neu".

 

zurück