Musikerdatenbank

Steck, Anton

Steck, AntonANTON STECK ist in internationalen Fachkreisen bekannt als herausragender Solist für Barockvioline. Im Bereich der Alten Musik gilt er als ein Interpret, der hohe technische Perfektion mit ausdrucksstarker Intensität und Leidenschaft der Darbietung verbindet. Er ist einer der wenigen Barockgeiger, in dessen Konzertrepertoire Werke von Paganini fest verankert sind. Nach dem Studium der modernen Geige bei Jörg-Wolfgang Jahn in Karlsruhe und der Barockgeige bei Reinhard Goebel in Köln folgten für Anton Steck Engagements als Konzertmeister unter anderem bei Musica Antiqua Köln, den Musiciens des Louvres und, seit 2005, bei Concerto Köln. 1996 gründete er das Schuppanzigh-Quartett, das sich neben der großen Wiener Quartett-Literatur vor allem der Wiederentdeckung kaum mehr bekannter Kompositionen widmet. Anton Stecks musikalischer Schwerpunkt liegt auf der Interpretation virtuoser Geigenliteratur, was er sowohl auf der Bühne als auch in zahlreichen preisgekrönten CD-Einspielungen unter Beweis stellt. Dabei überschreitet er die Grenzen herkömmlicher Spieltechnik und fordert nicht nur sich selbst, sondern auch sein Publikum heraus. "Aberwitzige Tempi und virtuose Sprungpassagen" unterstreichen die "leidenschaftliche Affäre" (Kölner Stadt-Anzeiger, März 2005) zwischen dem Interpreten und seinem Instrument, einer Jacobus-Stainer-Geige aus dem Jahre 1658 und einer Geige von Alessandro Gagliano, Neapel 1701. Für die Einspielungen von Mozart-Violinsonaten (MDG) und der Violinsonaten von Johann Georg Pisendel (cpo) erhielt er den "Diapason d'Or". Im Dezember 2005 erschien bei cpo die Ersteinspielung der Violinkonzerte von Antonio Rosetti, die Aufnahme weiterer Mozart-Sonaten ist in Planung. Neben seiner Tätigkeit als Solo-Geiger ist Anton Steck zunehmend auch als Dirigent gefragt. So erhielt er in den letzen Jahren Einladungen der Südwestdeutschen Philharmonie Konstanz, der Philharmonie Jena und des Orquesta Barocca de Sevilla (Spanien). Als Leiter des Barockorchesters der Hochschule Trossingen ist er regelmäßig bei den Ludwigsburger Festspielen zu Gast. Seit 2000 hat er eine Professur für Barockvioline an der Staatlichen Hochschule für Musik Trossingen inne. Als Künstler und Wissenschaftler strebt Anton Steck einerseits nach einem umfassenden Verständnis der historischen Werke, andererseits nach einer vollkommenen Hingabe bei der Darbietung. "Gewissermaßen öffnen wir ein Zeitfenster, um einen Ausschnitt einer vergangenen Epoche zu betrachten. Das müssen wir immer wieder neu versuchen, sonst ist klassische Musik nur ein Abspulen von bekannten Mustern. Dabei wird es natürlich immer eine moderne Interpretation bleiben - wir sind moderne Menschen und spielen in modernen Sälen für ein modernes Publikum", so das Credo des Violinisten.

 

zurück